“Das Haus vom Nikolaus” - Scrum Simulation

Scrum durch empirische Prozesssteuerung erleben

 

Der Schwerpunkt eines guten Scrum Trainings liegt darin, das zu lernen, was schwer aus Büchern zu erlernen ist. Neben der gemeinsamen Erarbeitung, Konsolidierung und Reflexion der Inhalte, sind Spiele und Simulationen wichtige Elemente, neue Perspektiven in einem sicheren Raum zu erleben. 

 

Empirische Steuerung ist das Herzstück von Scrum und wird oft missverstanden. Nach wie vor werden in Organisationen immer noch viele Prozesse und Strukturen durch definierte Ansätze gelebt – eine empirische Herangehensweise ist daher oft noch ungewohnt und unberührt. Die “Haus vom Nikolaus”- Scrum Simulation soll helfen, die Komplexität von Scrum empirisch nachvollziehen zu können und später auf die eigenen Prozesse adaptieren zu können. In dieser Anwendung können die Kernaspekte einer empirischen Prozesssteuerung in Scrum aktiv erlebt werden. Aufbauend darauf ist es auch möglich, den Bezug zwischen der empirischen Herangehensweise an ein Problem und Scrum herzustellen.

 

Nutzen wir in Trainings vor Ort dass Ball Point Game als minimalistisches Spiel, gibt uns diese Scrum Simulation die Möglichkeit auch remote diese Konzepte interaktiv zu erfahren und zu verstehen. 

Empirische Prozesssteuerung

 

Empirisch bedeutet systematisches Lernen aus Erfahrung. Das heißt, wir kontrollieren unsere Arbeit dadurch, dass wir systematisch aus Erfahrung lernen und daraus Anpassungen vornehmen, um an unser Ziel zu gelangen. Seit der Industrialisierung ist unsere Arbeit jedoch mehr durch eine definierte Prozesssteuerung geprägt. Dort wird aus einem klaren Verständnis der Arbeit (Anforderungen und Lösungsansätze) das Soll-Vorgehen definiert und dann in der Umsetzung mittels Monitoring Soll-Plan und Ist-Zustand abgeglichen. Diese definierte Steuerung unterscheidet sich fundamental von der empirischen.

In der empirischen Steuerung benötigen wir bei unserer Arbeit in Scrum 

  • möglichst viel Transparenz
  • Zyklen, in denen wir End-to-End Ergebnisse inspizieren und daraus abgeleitet adaptieren können
  • ein möglichst stabiles System (stabiles Team, stabiler Rhythmus, geregeltes Input)

Das Ziel: die Arbeit langweiliger zu machen, sodass man sich auf die übergeordnete Komplexität konzentrieren kann um diese zu optimieren

Das Ziel der “Das Haus vom Nikolaus”- Scrum Simulation:

 

Das Ziel der Scrum Simulation ist es, die empirische Steuerung zu erleben und die Erfahrungen auf die Eigenschaften einer guten Scrum Umgebung zurückzuführen, wo definierte Herangehensweisen an ihre Grenzen stoßen. Anhand der empirischen Umgebungen, die diese Simulation bietet, lernen wir Runde für Runde dazu und bauen aus der stabilen Umgebung in wiederkehrenden Zyklen Erfahrung auf und nutzen diese, um unsere Arbeit Stück für Stück zu optimieren.

 

Viel Spaß beim Spielen!

... und los geht's:

Schritt 1: Fragen zur Reflexion

 

Als Einstimmung und Ausrichtung auf das angestrebte Lernen, teile ich gerne die Fragen vorab:

1. In welcher Runde hattet ihr Eure Arbeit mehr unter Kontrolle? (In der Ersten oder in der Letzten Runde?
2. Was ist euch während des Spiel aufgefallen?

    • Was hat gut funktioniert?
    • Was ist Euch schwer gefallen?
    • Was hat sich eingespielt?
    • Was ist Euch über empirische Prozesssteuerung klar geworden?

3. Wo in einer guten Umgebung finden wir die erlebten Aspekte wieder?

 

 

Schritt 2: Was brauche ich pro Gruppe?

 

  • Zettel und Stifte (6 verschiedene Farben) oder remote Tool (Mural Board)

 

 

Schritt 3: Vorbereitung & Regeln

 

Nach folgenden Regeln wird in der Durchführung produziert:

  • Ziel des Spiels:  in einer Runde so viele “Nikolaus Häuser” zu zeichnen wie möglich
  • Wahl der Gruppen und eines Scouts pro Gruppe (Damit der empirische Ansatz effektiv genutzt wird und nicht einfach nur drauf los gebastelt wird, achtet der Scout auf die Durchführung der Phasen und die gesetzten Time-Boxen und kann auf Rückfrage vom Team auch Aufgaben der Moderation übernehmen)
  • verteilt die 6 Farben gleichmäßig, sodass jedes Teammitglied 1-2 Farben hat (Jede Farbe ist nur an eine Person vergeben)
  • man darf nur dort weiter zeichnen, wo man aufgehört hat (wie beim “Haus vom Nikolaus” üblich)
  • nach einem Strich muss die Farbe geändert werden
  • in einem Haus dürfen sich nicht die Linien der gleichen Farbe berühren
  • kein Copy Paste erlaubt

Schritt 4: Ablauf einer Runde

 

  • 90 Sekunden Vorbereitung – Wie gehen wir als Team in der nächsten Runde konkret vor? 
  • 90 Sekunden Durchführung – Ziel: gemeinsam möglichst viele Häuser zu produzieren (mit Beachtung der Regeln)
  • Auswertung der Ergebnisse – Wie viele abgeschlossene Häuser wurden produziert?
  • 90 Sekunden Reflexion – Wo liegen die größten Verbesserungsbereiche?Welche greifen wir in der Vorbereitung auf?

Achtung: alleiniger Fokus auf Lösungsansätze ohne Identifikation von größten Problem- & Verbesserungsbereichen ist kontraproduktiv)

  • mind. 4 Runden, damit wir aus einer gewissen Erfahrung und Routine Stabilität erzeugen und lernen können
  • ab Runde 2: Wir erfragen eine Schätzung vorab, um die Selbstreflexion zu üben, was das Team am Ende wirklich produzieren kann

Häufige Fragen und Hinweise zum Spiel

Auf Basis von euren Erfahrungen möchten wir hier Hinweise und Antworten auf häufige Fragen sammeln. Kontaktiert uns gern mit euren Fragen oder Hinweisen zum „Haus vom Nikolaus“-Spiel.

Sie brauchen Unterstützung oder haben Fragen?

Zögern Sie nicht und kontaktieren Sie uns über das Kontaktformular oder telefonisch unter: +49 40 22861972.

 

Wir helfen gern weiter!