Ralf Kruse

20 Januar 2020

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Daily Scrum. Mehr als nur ein schnödes Status-Meeting

Daily Scrum. Mehr als nur ein schnödes Status-Meeting

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Als eines der Scrum Kernelemente ist das Daily Scrum essentiell für die Arbeit von selbstorganisierten Entwicklungsteams. Es stellt den Takt eines Sprints dar, nachdem sich die Teammitglieder ausrichten und organisieren. Die Intention dahinter ist theoretisch simpel aber mal Hand aufs Herz: nicht jedes Daily startet gleich mit voller Euphorie. Nicht selten laufen die eigentlich so wertvollen Meetings schleppend an – besonders wenn Teams in ihrer Vergangenheit nicht oder anders zusammengearbeitet haben. Im Extremfall wird das Daily sogar als Zeitfresser gesehen. Im Podcast „Daily Scrum“ erläutere ich, wie ihr aus dem Daily Scrum mehr macht als nur ein Status-Meeting. Ausgehend von der grundlegenden Intention, dem Team den Ort, den Raum, und die Zeit zu geben, sich eigenverantwortlich zu organisieren und beste Lösungen zu erarbeiten, erfahrt ihr, wie das Daily Scrum durch ganz einfache Techniken zu einer effektiven Austauschplattform wird.

Ein effektives Daily sichert eigenverantwortliches Arbeiten

 

Das Daily Scrum soll dem Sprint eine Taktung geben und das Entwicklungs-Team in seiner Organisation unterstützen. Die Verantwortung bezüglich Erreichung des Sprintziels liegt dabei beim Entwicklungsteam selbst. Häufig ist es nicht gewohnt, diese Verantwortung im Sprint zu übernehmen und fällt in ineffektive Statusmeldungen zurück. Eine daraus resultierende Ungeduld schadet allerdings dem Team. Es sollten daher am Anfang zügig Akzente für eine effektive Durchführung gesetzt werden. Das Team muss regelmäßig getriggert werden, das Daily gemäß den Ansprüchen an ein echtes, selbstorganisiertes Team auszugestalten, denn es ist nichts anderes als ein Hilfsmittel, dieser auferlegten Verantwortung gerecht zu werden. Und so sollte es auch vom gesamten Team aktiv genutzt werden. 

 

Die richtige Umgebung schaffen ist das A und O

 

Der Grundstein dafür ist eine stabile Umgebung, um Ruhe und Fokus für das Team zu schaffen. Konkret bedeutet das für das Daily, dass es immer am selben Ort, zur selben Zeit, mit dem ganzen Team und mit einem sichtbaren und zugänglichen Sprint Backlog stattfindet. Neben dem Schaffen einer optimalen Umgebung möchte ich euch vier weitere Möglichkeiten vorstellen, wie ihr die Effektivität eures Daily Scrums steigert.   

Damit das Daily läuft: Facilitation-Tipps

 

Ein flüssiger Ablauf kann, wenn das Team nicht sofort in einen regen Austausch kommt, vom Scrum Master auf unterschiedliche Arten angeregt werden. Es gibt viele einfache Facilitation-Möglichkeiten zur Ausgestaltung eines effektiven Daily Scrums. Meine Favoriten habe ich euch hier aufgelistet und im Podcast detailliert erläutert. Was auch immer euer Favorit ist: Es ist wichtig, dass das Format für das Team sichtbar und verständlich ist. 

  • Orientierung geben:
    Um dem Team Orientierung zu geben macht es Sinn, den Austausch zu strukturieren indem jeder 3 Fragen beantwortet: Was habe ich gemacht? Was werde ich machen?Was waren meine Hindernisse?

 

  • Redefluss fördern:
    Die Nutzung eines Talking Stick/Redestab (z.B. einen Stift) fördert und steuert den Redefluss. Denn: nur wer den Redestab hat, spricht.

 

  • Hierarchien aufbrechen:
    Das Team bildet im Daily einen Halbkreis (Huddle) um das Task Board, um Hierarchien innerhalb des Teams aufzubrechen. Gäste (z.B. der PO) stehen in der „zweiten Reihe“.

 

  • Fokus aufs Wesentliche:
    Weiterführende Fragen werden auf einer visuell sichtbaren Liste „geparkt“ (Parking Lot)  und nach dem Daily nochmal aufgegriffen  

Mehr Facilitation-Tipps findet ihr in auch in einem meiner Lieblingsartikel „It’s not just to Stand Up“ von Jason Yip, den ich immer wieder gern als Inspiration nutze.

Daily Scrum: Vom Entwicklungsteam für das Entwicklungsteam!

 

Moderationstechniken machen das Daily flüssig und reibungslos aber wenn wir nicht als Team arbeiten, wird das Daily Scrum niemals gut. Es ist wichtig, dass das Team nicht nur eine Ansammlung von Individuen ist, sondern vielmehr eine Gruppe von Menschen, die ein gemeinsames Ziel kennt und verfolgt. Denn nur dann wird das Inspizieren und Nachsteuern ehrlich und mit einem guten Gefühl umgesetzt. Solltest du Probleme im Team feststellen, macht es Sinn, sich außerhalb des Daily Scrums darum zu kümmern, den Teamgedanken zu stärken. Ich empfehle folgende Möglichkeiten:

  • Product Backlogs und Product Vision: Das gemeinsame Zielverständnis kann mithilfe des Product Backlogs oder der Product Vision
    geprüft und geschärft werden.
  • Sprint Planning und Sprint Review: Auch Sprint Planning und Review bieten Möglichkeiten, sicherzustellen, dass alle an einem Strang ziehen
  • Teambuilding-Maßnahmen: Es kann auch Sinn machen, Teambuilding-Maßnahmen umzusetzen, um den Team-Gedanken zu stärken 

Ein effektives Daily bedeutet, nach dem Inspizieren zu adaptieren

 

Oft ist man sich in Entwicklungsteams aufgrund von gewohnten Strukturen aus der Vergangenheit der eigenen Verantwortung nicht komplett bewusst. Daraus resultiert eine implizite Erwartung, ein anderer kümmere sich um das Nachjustieren: „Irgendwer macht das schon“. Das Daily Scrum ähnelt dann einem Status-Update. Eigenverantwortliches Arbeiten zeigt sich allerdings besonders in der Einschätzung der Teammitglieder – denn nur sie können wissen, ob das Sprintziel erreicht werden kann, oder nicht. Um auch hier einen Austausch anzuregen, empfehle ich folgende, simple Methode: 

  • Daumen-Vote: Daumen hoch, Daumen runter, flache Hand.
    Die Teammitglieder geben zeitgleich ihre Meinung ab und schaffen damit eine Diskussionsgrundlage.

Es macht Sinn, diese Methode nicht täglich anzuwenden, sondern auf die Sprintmitte zu beschränken, da das Team dann schon einiges an Arbeit hinter sich gebracht hat.

Feedback, Feedback, Feedback

 

Feedback ist eine der wichtigsten Quellen, um zu lernen und sich zu verbessern. Die Qualität des Daily Scrums und auch die Zufriedenheit der Teilnehmer lassen sich am besten durch Feedback aufrechterhalten. Ich stelle gern nach dem Daumen-Voting die Frage „Wie war das Daily“, da es dem Team dann oft leichter fällt, sich mitzuteilen.

Zusammenfassung

Das Daily gewinnt seine Kraft und Bedeutung aus der Einbettung in den Sprint, bei dem das Team die Verantwortung für ein gemeinsames Sprintziel übernommen hat – es muss und daher als Team agieren. Die Stabile Umgebung (selber Ort, selbe Zeit, festes Team vor einem sichtbaren Sprint Backlog) geben die notwendige Ruhe, sich effektiv auszutauschen. Nur dann erfüllt das Daily seinen eigentlichen Zweck.

Ich hoffe, ich konnte euch mit meinen Tipps neue Impulse liefern, die euer nächstes Daily Scrum bereichern werden. Habt ihr Fragen oder Anmerkungen? Ich freue mich immer über ein Feedback.

Übrigens: Solltet ihr daran interessiert sein, euch im Rahmen eines Trainings noch einmal genauer mit den Scrum Events, Artefakten und Rollen theoretisch sowie praktisch auseinanderzusetzen, empfehle ich das Certified Scrum Master Training

 

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